Deutsche Bahn
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Meldung, 3. November 2017

Zulassungstests Alstom iLint

Weltweit erster Triebzug mit Brennstoffzellenantrieb

(Minden, 3. November 2017) Alstom hat weltweit als erster Schienenfahrzeughersteller  einen Triebwagen mit Brennstoffzellenantrieb entwickelt. Der Coradia iLint ist ein Niederflur-Personenzug und wird mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Mit diesem Brennstoffzellenantrieb werden lediglich Wasserdampf und Wasser an die Umgebung abgegeben. Damit ist dieser Antrieb klimaneutral. Zudem sind  die Geräuschemissionen  vergleichsweise gering.

Deutschland-Zulassung
Damit der emissionsfreie Zug ab 2018 erstmals in Deutschland bei dem Nahverkehrsbetreiber „Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser“ auf der Strecke zwischen Buxtehude, Bremervörde, Bremerhaven und Cuxhaven eingesetzt werden kann, hat Alstom den Zulassungsprozess für den innovativen Triebzug gestartet.

"TSI-Zulassungstests Bremse“ durch die DB Systemtechnik
Nachdem durch statische Prüfungen und gutachterliche Bewertungen der Traktionsbatterie und des Wasserstoff-Druckspeichersystems die Voraussetzungen für den Betrieb aus eigener Kraft im öffentlichen Netz geschaffen waren,  wurden seit September Bremsversuche mit dem Coradia iLint durch die DB Systemtechnik im Großraum Hannover durchgeführt. Dies waren europaweit die ersten Fahrten eines mit Wasserstoff-Brennstoffzellen versorgten Niederflurtriebwagens im öffentlichen Bahnnetz.

Der Coradia iLint absolvierte  dabei ein intensives Testprogramm und legt täglich bis zu 400 Kilometer zurück. Gegenüber der bei der DB Systemtechnik bereits bekannten Diesel-Variante des Coradia Lint bremst der Coradia iLint hauptsächlich elektrisch und kann damit die Bremsenergie in den Fahrzeugbatterien zur späteren Verwendung speichern. Die Hauptaufgabe der Versuche war die Überprüfung des Zusammenwirkens von bekannter pneumatischer Bremse und nun erstmals in dieser Fahrzeugfamilie eingesetzter elektrischer Bremse.

Hans Peter Lang, Geschäftsführer der DB Systemtechnik: „Wir kennen die Fahrzeugfamilie Lint  bereits von früheren Prüfungen. Der Coradia iLint ist für uns prüftechnisch trotzdem ein Novum, weil durch die neue Antriebsart das Gewichtsverhältnis und damit das Bremsverhalten verändert ist. Zugleich ist die Betankung mit Wasserstoff auch für uns etwas Besonderes“.

 


32 Tonnen im iLint
Damit das Bremssystem und die Bremsleistung auf Herz und Nieren geprüft werden konnte, wurde das  Bremsverhalten auch im echten Fahrgastbetrieb simuliert. Mit Hilfe von Gewichten im Gesamtvolumen von 32 Tonnen haben die Bahntechniker das Besetzgewicht der Fahrgäste simuliert. Die Gewichte mussten per Muskelkraft in den Zug gebracht werden. 

 

 

 

Spezielle Tankstelle
Damit das anspruchsvolle Testprogramm - im vorgesehenen Zeitrahmen absolviert werden konnte, hat Alstom am Standort der DB Systemtechnik in Minden eigenst eine mobile Wassterstofftankstelle eingerichtet.

 

 

 

 

 

 


Ausblick
Die Bremsversuche mit dem Coradia iLint wurden Mitte Oktober abgeschlossen. Die auf Basis der  Brems-Messprotokolle durch die DB Systemtechnik gefertigten Prüfberichte werden nun mit Voraussetzung für die Zulassung des Alstom-Fahrzeugs durch das Eisenbahnbundesamt.