Artikel: Robotergestützte 3D-Kartierung am Hauptbahnhof Hamm (Westf.)
Diese Bereiche sollten verfüllt, bzw. neu genutzt werden – doch dafür mussten zunächst ihre Ausdehnung und ihr Volumen präzise ermittelt werden.
Erschwert wurde die Situation durch mehrere Treppenabgänge in eine zweite Unteretage, deren Zustand ebenso wenig bekannt war wie mögliche Gefahren vor Ort. Dunkle, enge Zugänge und potenziell schadstoffhaltige Luft machten eine Begehung durch Mitarbeitende unmöglich. Ein klassischer „dull, dirty & dangerous“-Fall, bei dem moderne Robotik die sichere Alternative bietet.
Die Aufgabe: Vollständige und sichere Kartierung des Untergrunds
Die DB Systemtechnik erhielt den Auftrag, alle unterirdischen Bereiche systematisch zu erfassen, zu vermessen und in einem Gesamtdatenmodell darzustellen – also umfassend zu kartografieren. Grundlage hierfür war ein mehrstufiges technisches und organisatorisches Vorgehen:
- Erhebung der Kundenanforderungen und Begehung der zugänglichen Bereiche, inklusive der Prüfung von Zugängen per Wärmebildtechnik.
- Auswahl geeigneter Robotersysteme, die den besonderen Anforderungen unter Tage entsprechen.
- Stakeholdermanagement mit Betriebsrat, Arbeitssicherheit, Werks- und Eisenbahnbetriebsleitung sowie weiteren Beteiligten.
- Durchführung einer Risikoanalyse, insbesondere in Bezug auf Arbeitssicherheit und technische Umsetzung.
- Beauftragung und Koordination eines Subunternehmens, inklusive Begleitung bei der Einführung der Robotik vor Ort.
- Erstellung eines aussagekräftigen Abschlussberichts, der Machbarkeit, Leistungsvermögen der Systeme und die Bewertung des Use Cases dokumentiert.
Die Lösung: Präzise 3D-Daten dank LIDAR-Robotik
Für die Erkundung kam ein ferngesteuerter Roboter zum Einsatz, ausgestattet mit einem hochauflösenden LIDAR-System. Dieser 3D-Scanner erzeugt während der Fahrt durch die Tunnel und Räume eine dichte Punktwolke, aus der sowohl geometrische Strukturen als auch das exakte Volumen der Hohlräume abgeleitet werden können.
Dank der Fernsteuerung konnten gefährliche Situationen vollständig vermieden werden — weder potenzielle Gasansammlungen noch Stolper- oder Sturzgefahren stellten eine Gefahr für Mitarbeitende dar.
Das Ergebnis: Hochpräzise Daten ohne Risiko
Durch den Einsatz der Robotik erhielt die DB InfraGo eine detaillierte 3D-Kartierung sowie umfassendes Bildmaterial bislang kaum zugänglicher Gebäudeteile – sicher, effizient und ohne menschliches Betreten der Bereiche. Die erzeugten Daten dienen nun als zuverlässige Grundlage für die geplante Verfüllung und weitere Modernisierungsmaßnahmen am Bahnhof.
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie digitale Vermessungstechnologien und Robotik dabei helfen, historische Infrastruktur präzise zu erfassen und gleichzeitig höchste Sicherheitsstandards einzuhalten.