Deutsche Bahn

TSI-Prüfung der Oberleitung in Dänemark

DB Systemtechnik unterstützt Banedanmark bei Elektrifizierung

(München, Kopenhagen, 12. April 2016) In Dänemark wird in den nächsten Jahren das Eisenbahnnetz elektrifiziert, um den Rahmen für ein moderneres Eisenbahnsystem zu schaffen.

Bereits seit 20 Jahren ist die zentrale Transitstrecke Padborg – Malmö mit den Oberleitungssystemen BDK160 und BDK200 elektrifiziert. Um diese relativ alten Systeme nach den neuesten TSI-Anforderungen zu prüfen, hat die DB Systemtechnik im Auftrag des dänischen Eisenbahninfrastrukturbetreibers Banedanmark Oberleitungsabnahmefahrten durchgeführt.

Für diese herausfordernden Prüfungen hatte Banedanmark erfahrene und internationale Partner beauftragt. So beriet die Firma Atkins im gesamten Prüfprojekt. Die DB Systemtechnik stand als europäischer Experte in den Prüfungen auf Eisenbahnstrecken zur Seite. Eingebunden für die Prüffahrten als Eisenbahnverkehrsunternehmen war die schwedische Firma Hector Rail. Darüber hinaus unterstützte die Dänischen Staatsbahn (DSB) bei der betrieblichen Abwicklung der Prüffahrten.

Im Bild das Gleisfeld im Bahnhof Padborg: Der Messzug bestehend aus TAURUS-Loks der DB Systemtechnik und Hector Rail sowie einem Messwagen.

Versuchsvorbereitung und Messzug
Im vergangenen Monat März fanden die Versuche zur TSI-Oberleitungsabnahme auf zwei Streckenabschnitte der vorhandenen elektrifizierten Strecke Padborg - Malmö in Dänemark statt:

  • Tinglev - Rødekro für das System BDK160 mit einer Spitzgeschwindigkeit von 200 km/h
  • Nyborg - Korsør für das System BDK200 mit einer Spitzgeschwindigkeit von 230 km/h.

Der Messzug bestand aus zwei Taurus-Lokomotiven der DB Systemtechnik und Hector Rail (Siemens ES64U2, oder BR182 bei der DB) und einem Messwagen der DB Systemtechnik.
Allerdings waren die Taurus-Lokomotiven in Dänemark nicht zugelassen. Deshalb waren intensive Vorarbeiten von Banedanmark, DB Systemtechik und Hector Rail erforderlich, um die Genehmigung zur Durchführung von Fahrten auf diesen Strecken zu erhalten benötigt.

Im Bild: Aufgerüsteter Messzug am 8. März 2016 auf dem Weg vom Standort München-Freimann über die Isar in München nach Dänemark.

Messteam, Messungen, Geschwindigkeitsrekord
Unter Leitung des Banedanmark-Projektleiters führte das internationale Team die Versuche durch und stimmte ihre Arbeitsschritte dabei auch mehrsprachig gut aufeinander ab.

In mehreren Nachtschichten prüfte DB Systemtechnik vom 11. März bis 25. März 2016 mit Hilfe von zwei Messstromabnehmern Parameter des Zusammenwirkens von Oberleitung und Stromabnehmer, insbesondere die Kontaktkräfte. Zusätzlich wurde mit Hilfe eines optischen Systems der Oberleitungsanhub an gewählten Masten gemessen.

Parallel wurde die Lauftechnik von der DB Systemtechnik überwacht, um höhere Geschwindigkeiten als die Streckengeschwindigkeit zu ermöglichen (sog. Hochtastfahrten). Zusätzlich geprüft wurde von der DB Systemtechnik das Bremsverhalten der Fahrzeuge sowie die Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) der Lokomotive, um Störungen an anderen Zügen ausschließen zu können.

Prüfteam in Dänemark. Ganz links im Bild zu sehen ist Benjamin Reffay (Projektleiter der DB Systemtechnik) sowie in der Bildmitte ganz hinten Carlos Guillemot (Gesamtprojektleiter Banedanmark).

Aufregend für das ganze Team war sicherlich auch der in der Nacht vom 21. auf 22. März auf dem dänischen Eisenbahnnetz erzielte Geschwindigkeitsrekord in Höhe von 235,8 km/h.


Ergebnis
Sämtliche in der Messkampagne erfassten Daten werden nun ausgewertet und dienen als Grundlage für die Bewertung der Oberleitung nach TSI.