Deutsche Bahn

Qualifikation von Fetten für Radsatzlager

Betriebsfestigkeit

(Juni 2013) Für die Freigabe neuer Lagerfette bei der Deutschen Bahn AG werden bei der DB Systemtechnik physikalisch-chemische Prüfungen nach der EN 12081 „Radsatzlager – Schmierfette“ im Tribologielabor in München und Belastungsprüfungen nach der EN 12082 „Radsatzlager – Prüfung des Leistungsvermögens“ auf den neuen Radsatzlagerprüfständen in Minden durchgeführt. Nach EN 12082 umfasst die Baugruppe „Radsatzlager“ die Einzelkomponenten Wälzlager, Gehäuse, Dichtung und Schmierung. Bei Neuentwicklung schon einer Komponente sind Prüfungen mit Laufleistungen über die erwartete Lebensdauer eines Radsatzlagers erforderlich. Im Hochgeschwindigkeitsverkehr der Deutschen Bahn beträgt diese erwartetete Lebensdauer bis zu 1,5 Millionen Kilometer.

Die Deutsche Bahn AG arbeitet mit der Schmierstoffindustrie seit mehreren Jahren an der Entwicklung von Radsatzrollenlagerfetten zusammen. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit für diese Fette bei der Deutschen Bahn zu erhöhen und nach Möglichkeit das gleiche Lagerfett für die drei klassischen Anwendungen Güterwagen, Reisezugwagen und Hochgeschwindigkeitsverkehr einzusetzen. Dabei müssen unterschiedliche Anforderungen hinsichtlich Drehzahl und Radsatzlast erfüllt werden, was in der Vergangenheit nicht möglich war.

Mit im Einsatz bewährten Fetten wurden für die drei Anwendungen sogenannte Indikationsprüfungen durchgeführt und somit Referenzwerte geliefert. Die Indikation ist eine kurze Prüfung von etwa zwei Wochen Dauer. Bei Neuentwicklungen wird damit festgestellt, ob die Anforderungen der Norm grundsätzlich erfüllt werden. Der Vorteil für den Kunden besteht darin, dass schon nach kurzer Zeit Aussagen vorliegen, ob weitere Produktoptimierungen notwendig sind. Fällt die Indikation zufriedenstellend aus, schließt sich als eigentliche Produktqualifikation die Leistungsprüfung an. Die Qualifikation eines neu entwickelten Lagerfettes ist derzeit im Fortschritt.