Artikel: ETR-Fachartikel „Lohnender Blick in den Fehlerspeicher von Schienenfahrzeugen: die Vorteile der Diagnose
Diagnosedaten sind im modernen Bahnbetrieb unverzichtbar. Sie liefern bereits während der Fahrt wichtige Infos zu Störungen, Laufleistung und Komfortfunktionen – per Echtzeitübertragung.
So können Fehler früh erkannt, Wartung exakt geplant und Standzeiten auf ein Minimum reduziert werden. Das erhöht die Verfügbarkeit der Zugflotten und macht die Instandhaltung effizienter und kostengünstiger.
Seit den Anfängen der Diagnose-Fernübertragung in den ICE 1 hat sich der Umfang deutlich erweitert: Heutige Meldungen enthalten neben Störungen auch Betriebsdaten, GPS-Informationen und Umfelddaten. Einheitliche Standards wie das XML-Format IRS 50405 sorgen dabei für Kompatibilität und eine zeitsparende Verarbeitung.
Durch neue Auslösemechanismen wie GPS-Trigger und haltestellengenaue Übermittlungen entstehen täglich über 45.000 Diagnosedateien, die automatisiert per Funk übertragen und verarbeitet werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Sie reichen von selbsttätigen Warnungen bei Störungen und transparenter Fahrzeugzustandsmeldung bis zur gezielten Steuerung der Wartungsplanung und Logistik. Daten werden zudem mit externen Quellen wie Wetter- oder Infrastrukturinfos kombiniert und so neue Erkenntnisse gewonnen.
Nach Ansicht der Diagnose-Expert:innen der DB Systemtechnik geht diese Entwicklung weiter: Umfangreiche, zielgenaue Diagnosen und KI-gestützte Auswertungen ermöglichen künftig eine noch vorausschauendere Instandhaltung. Fahrzeugdiagnose bleibt damit ein zentraler Motor für Effizienz und Sicherheit im Bahnwesen.
Mehr dazu im Fachartikel der DB Systemtechnik in der Dezemberausgabe 2025 der ETR - Eisenbahntechnische Rundschau.