Optimierten Radsatzlager-Instandhaltungsplan für DB Cargo

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Gravita - Doppeltraktion (Baureihe 261) bei DB Cargo im Einsatz auf einer eingleisigen Strecke
DB Cargo und DB Systemtechnik haben die Wartungsstrategie für die Radsatzlager der Lokbaureihen 261 und 265 umfassend modernisiert. Ziel war es, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Flottenverfügbarkeit langfristig zu erhöhen. Durch systematische Analysen und Laboruntersuchungen konnte das Instandhaltungsintervall der Radsatzlager wissenschaftlich abgesichert und rechtssicher verdoppelt werden – bei vollständiger Einhaltung aller regulatorischen Vorgaben.

Die Herausforderung: Sicherheit und Wirtschaftlichkeit ausbalancieren

Das Radsatzlager ist zentral für einen sicheren und zuverlässigen Bahnbetrieb. Bisher orientierte sich die Instandhaltung an konservativen, herstellerseitigen Vorgaben. Ziel des Projekts war es, die Intervalle präzise an das tatsächliche Verschleißverhalten und die realen Einsatzbedingungen anzupassen – ohne Kompromisse bei Sicherheit, Normkonformität oder Zuverlässigkeit einzugehen.

Dazu wurde der Herstellerinstandhaltungsplan in einen Betreiberplan überführt und im Rahmen eines Versuchs-Instandhaltungsplans (VIHP) getestet, bewertet und angepasst. So entstand eine datenbasierte und wissenschaftlich abgesicherte Grundlage für den neuen Grenzwert des Instandhaltungsintervalls.

Parallel zum Radsatzlager wurden weitere Komponenten wie Radsatzgetriebe und Drehgestelle optimiert, um die Instandhaltungsintervallgrenzwerte im Fahrwerksbereich zu harmonisieren. 

Vorgehen und Leistungen

DB Systemtechnik begleitete das Projekt von der Analyse bis zur Umsetzung. Die Maßnahmen umfassten:

  • Überprüfung und Optimierung des bestehenden Instandhaltungsplans unter Berücksichtigung aktueller Normen (z. B. DIN EN 17023)
  • Laboruntersuchungen, Befundauswertungen, Felddatenanalyse sowie besondere Untersuchungen bei ausgewählten Zeitintervallen
  • Strukturierte Risikoanalysen und Gefährdungsbeurteilung
  • rechtsichere und normkonforme Umsetzung und Dokumentation nach den Vorgaben der DIN EN 17023 und der ECM-Verordnung (EU 2019/779)

Auf dieser Grundlage konnte der Instandhaltungsintervallgrenzwert erweitert werden: Besondere Untersuchungen sichern die kontinuierliche Überprüfung der neuen Intervalle ab, und definierte Abbruchkriterien gewährleisten die Sicherheit im laufenden Betrieb sicher. Die bisherigen Grenzwerte wurden bestätigt und doppelt so lange Intervalle eingeführt. 

Gravita der Baureihe 265
DB Cargo mit einer Gravita der Baureihe 265 im Nahbereich bei Seelze.
Gravita der Baureihe 265
Quelle: Deutsche Bahn AG / Daniel Korbach
Baureihe 265

Ergebnisse und Praxisbelege

Die Analysen zeigten, dass die Radsatzlager auch bei verlängerten Intervallen in ausgezeichnetem Zustand bleiben. Alle Ergebnisse entsprechen den Vorgaben, und Schadensmeldungen zeigten keine Auffälligkeiten, so dass der Umsetzung nichts im Weg stand.

Damit konnte Sicherheit gewährleistet und die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden. Die verlängerten Intervalle ermöglichen weniger Werkstattaufenthalte, eine erhöhte Fahrzeugverfügbarkeit und reduzierte Lebenszykluskosten, während die Flotte sicher und zuverlässig im Einsatz bleibt.

Nutzen für DB Cargo

  • Gleichbleibende Sicherheit: Einhaltung aller Normen und regulatorischen Anforderungen
  • Geringere Life Cycle Costing (LCC): Weniger Instandhaltung
  • Höhere Verfügbarkeit: Weniger Stillstand durch verlängerte Instandhaltungsintervalle
  • Effizienzsteigerung: Reduzierte Werkstattzeiten und Instandhaltungskosten
  • Transparenz & Nachvollziehbarkeit: Normkonforme, auditierbare Entscheidungsgrundlage
  • Zukunftsfähigkeit: Datenbasierte Prozesse für langfristige Flottenplanung

Mit diesem Vorgehen zeigen DB Cargo und DB Systemtechnik, wie die Änderung des Instandhaltungsplans Sicherheit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit vereint.

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