Artikel: Modernisierung im Bestand: Redesign von 99 S-Bahn-Fahrzeugen für das Rheinland
Ausgangslage: Neue Verkehrsverträge, bestehende FahrzeugflottenMit der Neuausschreibung der S-Bahn Rheinland sollten bestehende Fahrzeuge weiterhin genutzt, aber an neue vertragliche Anforderungen angepasst werden. Statt Neufahrzeuge zu beschaffen, entschied man sich für die Modernisierung von 63 ET423- und 36 ET422-Fahrzeugen, um Betriebssicherheit und Fahrgastkomfort zu erhöhen.
Rolle der DB Systemtechnik: Engineering, Zulassung und technische GesamtverantwortungDie DB Systemtechnik trägt die technische Gesamtverantwortung, einschließlich:
- Definition der technischen Anforderungen und Erstellung der Ausschreibungsunterlagen
- Begleitung von Muster- und Serienumbauten
- Management der Zulassung beider Baureihen
Ziel ist die Entwicklung funktionaler und genehmigungsfähiger Lösungen innerhalb enger Zeitpläne.
Technische Umsetzung: Gezieltes RedesignBewährte Systeme bleiben erhalten, während ausgewählte Komponenten modernisiert werden:
- neue Außenlackierung und Innenraumgestaltung (Sitzpolster, Haltestangen)
- Nachrüstung von Steckdosen, USB-Anschlüssen und WLAN
- neue FIS-Gondeln, Zugzielanzeiger und Vorrüstung für FIS/RIS Stufe 2
So entsteht ein modernes Erscheinungsbild mit verbessertem funktionalen Standard ohne tiefgreifende Eingriffe.
Integration neuer FIS-SystemeEine der zentralen technischen Herausforderungen besteht in der Anpassung der Fahrgastinformationssysteme (FIS). Diese Systeme steuern unter anderem die Zugzielanzeigen, Innenanzeigen und die dynamische Fahrgastinformation und sind eng mit der Fahrzeugleittechnik verknüpft.
Ziel ist es, neue Hardware und erweiterte Funktionalitäten zu integrieren, ohne eine vollständige Neugenehmigung der Fahrzeuge auszulösen. Dies erfordert eine besonders sorgfältige Systemintegration, präzise Nachweisführung und eine enge Abstimmung zwischen Engineering, Umbau, Betrieb und Zulassung.
Das Ergebnis ist eine moderne, leistungsfähige Fahrgastinformation, die technisch sauber in die bestehende Systemlandschaft eingebettet wird.
Nutzen für Betreiber und Fahrgäste
- Für Betreiber: Weiterverwendung bewährter Plattformen, geringe Anpassungen bei Wartung und Schulung.
- Für Fahrgäste: modernes Design, WLAN, Steckdosen und verbesserte Fahrgastinformation. Ein Highlight ist die aktualisierte Einstiegsbeleuchtung.
ProjekterfolgTrotz geänderter Anforderungen und enger Zeitpläne gelang die fristgerechte Zulassung der modernisierten Fahrzeuge durch intensives Terminmanagement und enge Abstimmung der Teams.Die Modernisierung zeigt, dass bestehende Fahrzeugflotten wirtschaftlich und betrieblich sinnvoll auf ein neues Niveau gehoben werden können – funktional, gestalterisch und technisch zukunftsfähig.