Bremsprüfungen unter Extrembedingungen: DB Systemtechnik unterstützt Stadler bei neuen Schmalspur-Adhäsions- und Zahnrad-Triebzügen für den Mont-Blanc-Express

Zum Inhalt springen
Ausgewählte Sprache Deutsch
  • Deutsch Ausgewählte Sprache
  • English
  • Der Schmalspur-Triebzug Beh 4/8 (Mont Blanc Express) vor alpiner Kulisse.
    DB Systemtechnik prüft Bremssysteme des Mont Blanc Express unter Extrembedingungen bis 90 ‰ Gefälle als Grundlage für die Zulassung in der Schweiz und Frankreich.

    Die Weiterentwicklung des Schienenverkehrs findet nicht nur im Hochgeschwindigkeitsbereich statt, sondern auch in hochspezialisierten Einsatzgebieten. Ein aktuelles Beispiel dafür sind die neuen elektrischen Triebzüge der Bauart Beh 4/8, die der Fahrzeughersteller Stadler Bussnang für den Einsatz auf der meterspurigen Strecke zwischen Martigny (Schweiz) und Saint-Gervais-les-Bains (Frankreich) entwickelt.

    Die Fahrzeuge sind für den kombinierten Adhäsions- und Zahnradbetrieb ausgelegt und sollen ab Mitte 2026 im grenzüberschreitenden Verkehr als Mont-Blanc-Express eingesetzt werden. Die anspruchsvolle Topografie mit Neigungen von bis zu 90 Promille auf der Adhäsionsstrecke und bis zu 200 Promille im Zahnstangen-Abschnitt stellt dabei besondere Anforderungen an die Fahrzeugtechnik dar; insbesondere an die Bremsperformance.

    Bremstechnische Prüfungen als Baustein für die Zulassung

    Messarbeitsplatz im Zug mit Ausblick auf eine Gebirgslandschaft
    Messarbeitsplatz im Zug mit Prüf- und Messtechnik zur Durchführung bremstechnischer Tests während der Fahrten im Gebirge.
    Messarbeitsplatz im Zug mit Ausblick auf eine Gebirgslandschaft
    Quelle: DB Systemtechnik GmbH, Jula Potthof
    Messarbeitsplatz im Fahrzeug

    DB Systemtechnik wurde von Stadler mit der Durchführung bremstechnischer Prüfungen beauftragt. Dazu wurden sowohl Versuche im Stand als auch während der Fahrt im Adhäsionsbetrieb unter realen Einsatzbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Prüfberichten dokumentiert, die einen belastbaren Nachweis für die Zulassung in der Schweiz und in Frankreich bilden. Die Messkampagne umfasste umfangreiche Testfahrten auf den entsprechenden Streckenabschnitten. Dabei standen insbesondere das Bremsverhalten unter anspruchsvollen topografischen Bedingungen sowie die Interaktion der eingesetzten Bremssysteme im Fokus.

     

    Besondere Herausforderungen während der Prüfungen

    Schmalspur-Gleisverlauf auf einer steilen Gebirgsstrecke in alpiner Landschaft
    Schmalspur-Gleisverlauf auf einer steilen Gebirgsstrecke in alpiner Landschaft
    Quelle: DB Systemtechnik GmbH, Mathias Hennies

    Die Durchführung der bremstechnischen Prüfungen stellte das Projektteam vor mehrere Herausforderungen:

    Zum einen handelt es sich um ein Schmalspurfahrzeug mit Klotzbremse. Zum anderen erforderten die extremen Neigungen von bis zu 90 Promille und die sehr niedrigen Bremsausgangsgeschwindigkeiten eine besondere Adaption der Regelwerksanforderungen. Diese Rahmenbedingungen machen deutlich, dass sich normative Prüfverfahren nicht 1:1 auf jedes Fahrzeug anwenden lassen.

    Erfolgsfaktor Zusammenarbeit

    Ein zentraler Erfolgsfaktor der Messkampagne war die enge und gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.Parallel dazu unterstützte das Backoffice in Minden die Durchführung der Versuche durch kontinuierliche Auswertung, Koordination und kurzfristige Abstimmungen. Der laufende Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten war ein wesentlicher Bestandteil der Leistungserbringung.

    Erfolgreicher Abschluss der Messkampagne

    Die bremstechnischen Prüfungen konnten erfolgreich und termingerecht abgeschlossen werden.

    Die Prüfberichte wurden termingerecht geliefert.Das Projekt leistete einen Beitrag zur Inbetriebnahme der neuen Schmalspurfahrzeuge im internationalen Verkehr.